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14. Sep. 19:32

Schule in Not: Tausende in Quarantäne, 465 Geisterklassen

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Sieben Tage nach Start sind zumindest 465 Schulklassen in Quarantäne – und damit zurück im Distance Learning. Gestritten wird über die K1-Regeln. Kein Land testet Kinder und Pädagogen in der Schule so oft  auf eine Covid-Infektion wie Österreich – bis zu drei Mal pro Woche. Es war also abzusehen, dass  jedenfalls in der Anfangsphase die vielen Tests entsprechend oft anschlagen und durch PCR die Corona-Infektionen amtlich werden. Und amtlich ist: 465 Schulklasse sind genau sieben Tage nach Schulstart    schon wieder mit amtlichem Bescheid  in Quarantäne daheim oder die Kinder als K2 eingestuft, weil es zumindest zwei PCR-bestätigte Covid-Fälle in einer Klasse gab. So sind grundsätzlich die Regeln für die Schule. Das zieht Folgen nach sich, auf die die Politik offenbar nicht adäquat vorbereitet war: Noch in der vergangenen Woche mussten daher gleich zwei wesentliche Änderung des Corona-Managements vorgenommen werden.  Zum einen wurde entschieden, die Sonderbetreuungszeit, die mit Juli ausgelaufen war, mit Stichtag 1. Oktober wieder einzuführen. Die Lücke von drei Wochen, die sich dadurch von Schulstart an ergibt,  bringt die Eltern vieler Kinder, die in Quarantäne geschickt wurden, ordentlich in die Bredouille. Grundsätzlich gibt es aber nach wie vor die Möglichkeit, das eigene Kind in Quarantäne daheim zu betreuen – man muss Pflegeurlaub nehmen. Zum anderen führten die vielen Schulabmeldungen dazu, dass das Bildungsministerium sofort schärfere Regeln für den häuslichen Unterricht ankündigte. Das Ausweichen von abgemeldeten Schülern in „Lerngruppen“ findet laut Bildungsminister Heinz Faßmann seine Grenze im Privatschulgesetz. Zwar verbietet niemand den Kindern auch im häuslichen Unterricht soziale Kontakte, wenn man miteinander lernen wolle. Wenn aber daraus eine schulähnliche Einrichtung werden solle, soll das Privatschulgesetz enger greifen, und damit könnte das private Unterrichten untersagt werden. Am siebten Schultag des neuen Schuljahres dann die nächste Verwirrung: Im Ö1-Morgenjournal kündigte  Martin Netzer, Generalsekretär im Bildungsministerium,  an, dass künftig nur noch direkte Sitznachbarn eines infizierten Kindes als K1-Personen gelten. Einzig: Das Bildungsministerium kann das nicht entscheiden. Zuständig ist das Gesundheitsministerium. Und das sah die Angelegenheit am Dienstag weniger locker. Schülerinnen und Schüler würden sich während des Unterrichts bzw. der Pausen auch im Raum bewegen und es mache einen Unterschied, wie gut ein Raum gelüftet werde, oder ob beispielsweise gesungen und geturnt werde. Und nicht zuletzt haben Virologen in den vergangenen Monaten eindringlich erklärt, dass die Delta-Variante des Coronavirus so ansteckend wie Feuchtblattern sei.  Kurzum: Wer in Quarantäne muss und wer nicht, soll weiterhin je nach Fall gesondert entschieden werden, und zwar wie bisher von den örtlichen Gesundheitsbehörden, sagt das Gesundheitsministerium.
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